My Boating Blog

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Von Ballyleague über den Lough Ree


Die Nacht hatte es weiter gestürmt und geregnet. Umso erfreut waren wir, als uns heute Morgen die Sonne weckte. Es ist Sonntag und nach der anstrengenden Fahrt gestern, wurde heute etwas länger in den Kojen gelegen. Für heute möchten wir den See Lough Ree überqueren. Die dreistündige Fahrt ist unspektakulär, da außer ständigem Ausschau halten nach den Navigationsbojen, passiert hier sehr wenig. Abundzu liefern wir uns ein Rennen mit einem anderen Boot oder essen lecker Schnittchen. Als wir das südliche Ende des Sees erreichen, wird es navigationsseitig nochmals interressant, da es um Hare Island einige Untiefen gibt. Aber hier unterstützt uns unser iPad mit GPS und der digitalen Seekarte, so dass wir die schwierigen Gewässer problemlos meistern. Am Nachmittag erreichen wir die Inner Lakes, einen Bereich mit mehreren kleinen Seen, der in den Reiseführern als sehenswert eingestuft wurde. Leider teilten wir diese Ansicht nicht so ganz und entschlossen uns daher schon recht früh, Quigleys Marina am Killinure Point anzulaufen. Die Marina sieht sehr voll aus, aber wir bekommen noch einen Liegeplatz.
Wir geniessen den Sonntag Nachmittag und werden hier auch die Nacht verbringen, bevor es dann morgen weiter nach Süden zu unserem Heimathafen in Banagher geht.

 


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Von Lough Key nach Ballyleague


Am Vorabend war unsere Begeisterung vom Lough Key so groß, das wir heute früh alle gemeinsam in diesem fantastischen Park, joggen gehen wollten. Mit dem Vorsatz gingen wir dann zu Bett. Die Nacht hatte es durchgeregnet und als heute Morgen die Mannschaft zum Frühsport antreten sollte, häuften sich die Argumente, die gegen eine Ausführung sprechen sollten. „Habe nicht die richtigen Schuhe dabei“, „Meine Schuhe könnten nass werden“, „Habe seit heute Nacht Kreuzschmerzen“, „Können wir ja morgen machen“, waren nur einige davon.
Naja, dafür war die heute geplante Etappe umso sportlicher. Unser Ziel für heute war Ballyleague, was wir in einem Rutsch erreichen möchten. Vor uns lagen 60 km Shannon, 10 Brücken und 4 Schleusen, sowie etliche Seen. Eine Strecke für die wir auf der Hinfahrt drei Tage Zeit benötigt haben. Aber wir möchten bis Montag Abend wieder in Banagher sein, da wir in der zweiten Woche den südlich von Banagher liegenden Lough Derg befahren möchten. Da wir die Strecke nun ja schon einmal gefahren sind, kennen wir die Stellen an denen es eng wird und wir unseren Radarbogen umlegen müssen. Auch das Schleusen geht uns mittlerweile gut von der Hand.
Spannend wurde es dann doch noch an der Schleuse von Tarmonbarry. Wir hatten gerade die Hubbrücke passiert, die sie für uns gehoben hatten und fuhren langsam auf die Schleuse zu. Die Schleusentore waren noch geschlossen und die Schleuse wurde gerade von der Talseite beladen. Das konnte erfahrunsgemäß bei dieser alten Schleuse etwas länger dauern. Kein Problem, dafür gibt es ja Schleusenanleger, zum vorübergehenden festmachen. Aber was war das, alle Anleger waren besetzt und das teilweise noch von Booten, die eigentlich garnicht Schleusen wollten. Na super. Da hingen wir nun zwischen der Brücke, die ja mittlerweile wieder heruntergefahren war und Schleuse fest. Wir konnten das Boot kaum auf der Stelle halten, da uns die Strömung und der Wind, immer wieder in Richtung des angrenzenden Wehrs zog. Da wollten wir verständlicherweise aber nicht unbedingt unser Boot sehen. Nach endlos erscheinenden Minuten öffneten sich endlich die Tore der Schleuse für uns.
Am Steg direkt vor der Schleuseneinfahrt, hatte ein Charterboot mit drei Mädels festgemacht. Eigentlich war der Steg zum „Parken“ von zwei Booten gedacht, aber die Mädels hatten ihn voll und ganz in Beschlag genommen (kommt mir irgendwie bekannt vor). Da sie die ersten waren machten sie sich gleich mit erheblichen Elan auf in die Schleusenkammer, was dazu führte, dass das Boot in der Kammer quer schlug und die Schleuseneinfahrt für die wartenden erst mal durch ein rotes Signal gestoppt wurde. Fantastisch, jetzt hingen wir so richtig in der Wehrströmung, kurz vor der Schleusenkammer. Als das Boot der Damen endlich wieder in Fahrtrichtung stand, die Ampel aber immer noch rot signalisierte, da der Schleusenwart mit den Mädels noch eifrig am flirten war, riss mir die Hutschnur und ich wollte nur noch in diese Schleusenkammer, also Fahrt voraus und rein.

Die Mädels lagen mit ihrem Boot direkt vor uns in der Kammer und waren schon eifrig unter Deck am Vespern. Als ich einen Blick nach vorne riskierte, traute ich meinen Augen kaum. Hatten sie doch um in Ruhe essen zu können das Boot fest an der Schleusenmauer vertäut. Nun muss man nicht über jahrelange, seemännische Erfahrung verfügen, um zu ahnen, was mit einem Schiff passiert, das zu Tal geschleust wird und fest vertäut ist, während sich der Wasserspiegel senkt. Eine Sekunde schoss es mir durch den Kopf, hier machst Du gleich das Foto deines Lebens oder den YouTube Beitrag des Monats. Aber dann erlag ich meiner seemännischen Pflicht und bat die drei Kapitänsanwärterinnen, ihre Taue doch lose zu führen. Sie folgten dem zwar augenblicklich, aber ich hatte den Eindruck, als hätten sie den Sinn der Maßnahme, noch nicht wirklich verstanden.
Endlich war der Schleusenvorgang beendet und wir konnten ausfahren. Wobei die Damen mit ihrem Heck sogleich das Schleusentor rammten und am Tor entlang schleifend (auch das kommt mir wiederum bekannt vor), die Schleuse verliesen. Mir war klar, dass sich die nächsten Flusskilometer als sehr interessant erweisen könnten. Ich sollte recht behalten.
Ein vorausfahrender Skipper konnte sie durch lautstarkes Rufen, gerade noch davon abhalten, an der falschen Seite der Markierungen für Untiefen, vorbeizufahren. Im weiteren Verlauf brachten sie den Gegenverkehr ins Schwitzen, da sie beharrlich auf den Linksverkehr bestanden, der aber auch in Irland auf Wasserstrassen nicht üblich ist.
Einen Vorteil hatte das Ganze für uns. Es verkürzte uns die gefühlte Fahrtzeit nach Ballyleague ungemein.
Gegen 18:45 erreichen wir nach ungefähr 8 Stunden die Marina von Ballyleague, von der wir morgen unsere nächste Etappe über den See Lough Ree zur Quigleys Marina starten möchten. Ein Ehepaar aus Deutschland hilft uns beim Anlegen und erzählt uns, daß wohl starker Wind und Regen für morgen vorausgesagt ist, was eine Überfahrt des See’s erschwert, bzw. unmöglich macht, da es bei Wind und schlechter Sicht zu gefährlich ist. Am Abend nimmt der Wind zu und erreicht in Böen schon Starkwindstärke. Nun hoffen wir auf wenig Wind für morgen, so dass wir hier nicht für längere Zeit festsitzen.


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Von Athlone nach Lanesborough


Da für morgen und übermorgen das Wetter etwas ruppiger werden soll, haben wir uns heute entschlossen, den Lough Ree zu überqueren mit dem Ziel Lanesborough, das am anderen Ende des See’s liegt. Die 30 km lange Route über den See, legen wir in 3,5 Stunden zurück. Am frühen Nachmittag erreichen wir Lanesborough und legen im Hafen von Ballyleague an. Der Wind hat leicht zugenommen und wir sind froh die Überquerung rechtzeitig geschafft zu haben, da es bei starkem Wind auf den Seen sehr ungemütlich werden kann. Leider mussten wir im Hafen unser Boot noch mal umlegen, da der erste Liegeplatz sehr ungünstig im Wind und Schwell lag. Da der nächste Streckenabschnitt nach Carrick-on-Shannon sehr schön sein soll, waren wir uns schnell einig, das wir diesen in Ruhe am nächsten Tag starten und dafür heute die Nacht hier im Hafen verbringen.
Nachdem wir im örtlichen SuperValu noch einige Einkäufe erledigt hatten, machten Matthias und ich uns daran den 200 Liter Wassertank wieder aufzufüllen, denn die Mädels hatten es tatsächlich geschafft, ihn in drei Tagen leer zu duschen. Nachdem wir fast eine Stunde lang den Schlauch in den Einfüllstutzen halten, überlegen wir immer wieder fassungslos, wie man es schafft, so viel Wasser durch den Duschkopf zu pressen. Naja was soll’s, tief durchatmen, es ist Urlaub 😉 Heute Abend wird dann mal lecker an Bord gekocht.