My Boating Blog

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Von Banagher nach Dromineer

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Heute morgen waren um acht schon die ersten Aktivitäten an Bord zu vernehmen. Bevor wir heute in Richtung Süden zum Lough Derg aufbrechen, heißt es noch den Wassertank auffüllen und unseren Dieseltank. Der ist nach einer Woche Fahrbetrieb zwar noch halb voll, wir wollen aber kein Risiko eingehen, wenn es für die nächsten Tage nach Süden auf den Lough Derg geht. Der See ist einer der größten den wir befahren. Gespannt schauen wir auf die Anzeige an der Zapfsäule, deren Zähler nicht aufhören möchte seine Runden zu drehen. Bei 136 Liter ist dann Schluss. Wir sind beruhigt, da wir mit der Menge gerechnet haben. Etwas überrascht waren wir allerdings schon, das der Liter Diesel mit 1,30€ abgerechnet wurde.
Nachdem unser Boot versorgt war und die Crew durch ein gutes Frühstück ebenfalls, machen wir uns auf den Weg. Unser Ziel für heute ist die kleine Hafenstadt Dromineer, die im südlichen Teil des Lough Derg liegt. Für den Weg von 40 km rechnen wir mit einer Fahrtzeit von 5 Stunden. Allerdings liegt noch die Schleuse von Meelick und die Drehbrücke von Portumna vor uns, die nur zu bestimmten Tageszeiten geöffnet wird.
Gemütlich geht es durch die Brücke von Banagher weiter auf dem Shannon, der sich durch die Landschaft windet. Die Ufer sind teilweise so mit Bäumen und Büschen bewachsen, daß man denkt, man wäre auf dem Amazonas unterwegs. Naja, wären da nicht die irländischen Temperaturen. Aber zumindest begleitet uns auch wieder der Sonnenschein von gestern.
Nach eineinhalb Stunden erreichen wir das Meelick Quay mit der angrenzenden Wehranlage. Von der angekündigten starken Strömung merken wir auch hier nichts, mag wohl an dem derzeit niedrigen Wasserstand liegen. Direkt danach geht es in einen mehreren hundert Meter langen Stichkanal, der zur Victoria Schleuse von Meelick führt. Da der Kanal recht eng ist, können wir auch mit unserem Fernglas noch nicht erkennen, ob die Schleusenanleger alle besetzt, bzw. die Schleusentore mal wieder geschlossen sind, wie wir es ja schon gewohnt waren. Aus der Ferne können wir jedoch einige Boote erkennen. Da uns aber keines entgegenkam, gingen wir davon aus, das erst mal wieder zu Tal geschleust wird. Da wir uns keinen Stress machen wollten, ging es mit Schleichfahrt in Richtung Schleuse. Als wir das Kanalende erreichen, konnten wir sehen, dass die Schleusentore nicht wie erwartet geschlossen waren, sondern offen standen und es sich bereits auch schon drei Boote, in Erwartung endlich geschleust zu werden, darin befanden. Uns wurde schnell klar, dass hier wohl alles auf uns gewartet hatte. Die Wartenden hatten wohl auch unsere Schleichfahrt in Richtung Schleuse mitbekommen. Wenn Blicke Löcher in Schiffsrümpfe brennen könnten, wären wir in der Schleuse versenkt worden.
Uns wurde auch schnell klar, dass es den Anderen auch darum ging, die geöffnete Portumna Drehbrücke zu erreichen, die um 12:30 Uhr geöffnet wird. Die Fahrt dauert von hier 1,5 Stunden und nun war es dank uns schon kurz nach 11 Uhr. Kaum waren die Schleusentore geöffnet begann auch schon die Shannon Rally. Jeder gab alles, was an maximaler Rumpfgeschwindigkeit seines Bootes möglich war. Bei den Heckwellen kenterten sogar die Enten durch. Aber wir haben es alle noch bis zur Brückenöffnung geschafft, waren sogar noch einige Minuten zu früh da. Noch immer vom Wettkampf geprägt, hatten wir auch vergessen, nach der Durchfahrt, das Brückengeld von 1,50€ zu entrichten.
Nach einer kurzen Kanalfahrt erreichen wir dann den Lough Derg, der mit gut 40 km Länge und 13.000 ha Fläche, der größte Shannonsee und drittgrößte See Irlands ist. Die Überfahrt zu unserem Zielhafen Dromineer gestaltet sich wieder etwas entspannter. Auch wenn hier wieder strickt nach Betonnung gefahren werden muss, da viele Untiefen, insbesondere um die ca. 70 kleine Inseln herum, lauern. Aber das Navigieren ist einfacher als wir gedacht haben, so dass wir bereits um 14:30 Uhr den Hafen ansteuern. Vor der Hafeneinfahrt macht eine Segelschule mit jugendlichen in ihren Jollen die Gewässer unsicher, so dass wir sie besser großräumig umfahren.

Als wir in den Hafen einlaufen, ist es schon recht voll, aber wir bekommen doch noch einen Platz am Anleger, aus dem gerade ein anderes Boot ausgelaufen ist. Nachdem wir unser Boot gut vertäut haben, schauen wir uns noch den schön gelegenen und gepflegten Hafen an. Danach machen auch noch eine kleine Wanderung ins Hinterland um unsere Beine wieder langsam an festen Boden zu gewöhnen.
In einem kleinen Lebensmittelladen am Hafen, wird durch eine nette, ältere Dame, auch ein kleine Wäscherei betrieben. Wir nutzen die Gelegenheit und lassen unseren Wäsche hier waschen um für die restlichen Tage auch noch ein paar frische Sachen zum Anziehen zu haben.

Den Abend lassen wir im nahegelegenen Pub „The Whiskey Still“, mit Fish-and-Chips und einem wunderbaren Blick auf den Hafen und den See ausklingen.

Autor: MyBoating

Vor Jahren habe ich meine Leidenschaft für´s Segeln und Sportbootfahren entdeckt und versuche daher regelmässig jedes Jahr diesem Hobby nachzukommen. Mein Blog soll ein Logbuch für meine Törn´s sein. Ihr seid herzlich eingeladen Eure Kommentare und Anmerkungen hier zu posten.

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