My Boating Blog

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Von Lough Key nach Ballyleague

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Am Vorabend war unsere Begeisterung vom Lough Key so groß, das wir heute früh alle gemeinsam in diesem fantastischen Park, joggen gehen wollten. Mit dem Vorsatz gingen wir dann zu Bett. Die Nacht hatte es durchgeregnet und als heute Morgen die Mannschaft zum Frühsport antreten sollte, häuften sich die Argumente, die gegen eine Ausführung sprechen sollten. „Habe nicht die richtigen Schuhe dabei“, „Meine Schuhe könnten nass werden“, „Habe seit heute Nacht Kreuzschmerzen“, „Können wir ja morgen machen“, waren nur einige davon.
Naja, dafür war die heute geplante Etappe umso sportlicher. Unser Ziel für heute war Ballyleague, was wir in einem Rutsch erreichen möchten. Vor uns lagen 60 km Shannon, 10 Brücken und 4 Schleusen, sowie etliche Seen. Eine Strecke für die wir auf der Hinfahrt drei Tage Zeit benötigt haben. Aber wir möchten bis Montag Abend wieder in Banagher sein, da wir in der zweiten Woche den südlich von Banagher liegenden Lough Derg befahren möchten. Da wir die Strecke nun ja schon einmal gefahren sind, kennen wir die Stellen an denen es eng wird und wir unseren Radarbogen umlegen müssen. Auch das Schleusen geht uns mittlerweile gut von der Hand.
Spannend wurde es dann doch noch an der Schleuse von Tarmonbarry. Wir hatten gerade die Hubbrücke passiert, die sie für uns gehoben hatten und fuhren langsam auf die Schleuse zu. Die Schleusentore waren noch geschlossen und die Schleuse wurde gerade von der Talseite beladen. Das konnte erfahrunsgemäß bei dieser alten Schleuse etwas länger dauern. Kein Problem, dafür gibt es ja Schleusenanleger, zum vorübergehenden festmachen. Aber was war das, alle Anleger waren besetzt und das teilweise noch von Booten, die eigentlich garnicht Schleusen wollten. Na super. Da hingen wir nun zwischen der Brücke, die ja mittlerweile wieder heruntergefahren war und Schleuse fest. Wir konnten das Boot kaum auf der Stelle halten, da uns die Strömung und der Wind, immer wieder in Richtung des angrenzenden Wehrs zog. Da wollten wir verständlicherweise aber nicht unbedingt unser Boot sehen. Nach endlos erscheinenden Minuten öffneten sich endlich die Tore der Schleuse für uns.
Am Steg direkt vor der Schleuseneinfahrt, hatte ein Charterboot mit drei Mädels festgemacht. Eigentlich war der Steg zum „Parken“ von zwei Booten gedacht, aber die Mädels hatten ihn voll und ganz in Beschlag genommen (kommt mir irgendwie bekannt vor). Da sie die ersten waren machten sie sich gleich mit erheblichen Elan auf in die Schleusenkammer, was dazu führte, dass das Boot in der Kammer quer schlug und die Schleuseneinfahrt für die wartenden erst mal durch ein rotes Signal gestoppt wurde. Fantastisch, jetzt hingen wir so richtig in der Wehrströmung, kurz vor der Schleusenkammer. Als das Boot der Damen endlich wieder in Fahrtrichtung stand, die Ampel aber immer noch rot signalisierte, da der Schleusenwart mit den Mädels noch eifrig am flirten war, riss mir die Hutschnur und ich wollte nur noch in diese Schleusenkammer, also Fahrt voraus und rein.

Die Mädels lagen mit ihrem Boot direkt vor uns in der Kammer und waren schon eifrig unter Deck am Vespern. Als ich einen Blick nach vorne riskierte, traute ich meinen Augen kaum. Hatten sie doch um in Ruhe essen zu können das Boot fest an der Schleusenmauer vertäut. Nun muss man nicht über jahrelange, seemännische Erfahrung verfügen, um zu ahnen, was mit einem Schiff passiert, das zu Tal geschleust wird und fest vertäut ist, während sich der Wasserspiegel senkt. Eine Sekunde schoss es mir durch den Kopf, hier machst Du gleich das Foto deines Lebens oder den YouTube Beitrag des Monats. Aber dann erlag ich meiner seemännischen Pflicht und bat die drei Kapitänsanwärterinnen, ihre Taue doch lose zu führen. Sie folgten dem zwar augenblicklich, aber ich hatte den Eindruck, als hätten sie den Sinn der Maßnahme, noch nicht wirklich verstanden.
Endlich war der Schleusenvorgang beendet und wir konnten ausfahren. Wobei die Damen mit ihrem Heck sogleich das Schleusentor rammten und am Tor entlang schleifend (auch das kommt mir wiederum bekannt vor), die Schleuse verliesen. Mir war klar, dass sich die nächsten Flusskilometer als sehr interessant erweisen könnten. Ich sollte recht behalten.
Ein vorausfahrender Skipper konnte sie durch lautstarkes Rufen, gerade noch davon abhalten, an der falschen Seite der Markierungen für Untiefen, vorbeizufahren. Im weiteren Verlauf brachten sie den Gegenverkehr ins Schwitzen, da sie beharrlich auf den Linksverkehr bestanden, der aber auch in Irland auf Wasserstrassen nicht üblich ist.
Einen Vorteil hatte das Ganze für uns. Es verkürzte uns die gefühlte Fahrtzeit nach Ballyleague ungemein.
Gegen 18:45 erreichen wir nach ungefähr 8 Stunden die Marina von Ballyleague, von der wir morgen unsere nächste Etappe über den See Lough Ree zur Quigleys Marina starten möchten. Ein Ehepaar aus Deutschland hilft uns beim Anlegen und erzählt uns, daß wohl starker Wind und Regen für morgen vorausgesagt ist, was eine Überfahrt des See’s erschwert, bzw. unmöglich macht, da es bei Wind und schlechter Sicht zu gefährlich ist. Am Abend nimmt der Wind zu und erreicht in Böen schon Starkwindstärke. Nun hoffen wir auf wenig Wind für morgen, so dass wir hier nicht für längere Zeit festsitzen.

Autor: MyBoating

Vor Jahren habe ich meine Leidenschaft für´s Segeln und Sportbootfahren entdeckt und versuche daher regelmässig jedes Jahr diesem Hobby nachzukommen. Mein Blog soll ein Logbuch für meine Törn´s sein. Ihr seid herzlich eingeladen Eure Kommentare und Anmerkungen hier zu posten.

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